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Wie ich schließlich in der Türkei gelandet bin

René Hope
vor 4 Stunden
5 Min. Lesezeit

Manchmal führt eine Reise an Orte, die man ursprünglich gar nicht auf dem Plan hatte. Bei mir war es die Türkei. Als ich Deutschland vor einigen Jahren verließ, hätte ich jedenfalls nicht gedacht, dass ich eines Tages hier stehen und überlegen würde, ob ausgerechnet dieses Land vielleicht ein Ort für meine Zukunft sein könnte.


Doch bis hierher war es ein langer Weg. Und wie so oft im Leben verlief er anders, als ich es mir vorgestellt hatte.


Ein Plan, der sich verändert hat

Ursprünglich wollte ich mich in Ungarn niederlassen. Das war mein Ziel, als ich Deutschland dieses Jahr hinter mir ließ. Doch politische Entwicklungen brachten mich dazu, meine Pläne zu überdenken und mich intensiver mit dem Balkan zu beschäftigen.


Aus dieser Suche entstand schließlich auch mein YouTube-Kanal NEUSTARTBALKAN. Ich wollte herausfinden, wo ich mir ein dauerhaftes Leben aufbauen könnte. Ein Zuhause, vielleicht mit einem kleinen Haus, einem Stück Land und der Möglichkeit, einen Garten anzulegen und mich ein wenig selbst zu versorgen.


Ich habe mir verschiedene Länder angesehen und dabei festgestellt, dass ich mir durchaus vorstellen könnte, in Serbien, Albanien oder Nordmazedonien zu leben. Jedes dieser Länder hatte etwas, das mich angesprochen hat. Gleichzeitig gab es immer Dinge, die eine Entscheidung erschwerten: Manchmal war mir das Meer zu weit entfernt. An anderen Orten fand ich einfach kein Haus, das zu meinen Vorstellungen und finanziellen Möglichkeiten passte.


So blieb ich unterwegs. Immer auf der Suche nach einem Ort, an dem möglichst vieles zusammenpassen würde.


Wenn die Suche mehr Kraft kostet, als sie gibt

Irgendwann begann ich wieder, über den Balkan hinauszuschauen. Ich suchte weltweit nach Ländern, in denen ein neues Leben möglich sein könnte. Auf dem Bildschirm sah vieles zunächst interessant aus. Natürlich schaute ich auch auf Neuseeland wegen meinen Kindern genauer. Doch je genauer ich mich mit den Bedingungen beschäftigte, desto häufiger stieß ich auf neue Hindernisse. Aufenthaltsbestimmungen, finanzielle Voraussetzungen, Immobilienpreise und andere Einschränkungen machten aus manchen Möglichkeiten schnell unerreichbare Ziele.


Wer mit einem sehr großen Vermögen auswandert, hat andere Möglichkeiten als jemand, der mit überschaubaren Mitteln einen neuen Anfang wagen möchte. Selbst wenn man seine Ansprüche auf das Wesentliche reduziert, bleiben nicht unbedingt viele Optionen übrig.

Irgendwann merkte ich, wie viel Zeit und Energie mich diese Suche kostete. Ich konnte mich stundenlang mit Ländern und ihren Voraussetzungen beschäftigen, vergleichen, rechnen und überlegen. Und trotzdem kam ich meinem Ziel kaum näher.


Deshalb beschloss ich, das Thema erst einmal ruhen zu lassen.

Ich wollte nicht ständig darüber nachdenken, wo ich irgendwann leben könnte. Es musste auch möglich sein, einfach dort zu sein, wo ich gerade war, und den Tag zu leben, der vor mir lag.


Natürlich verschwand die Frage nach einem Zuhause dadurch nicht. Aber sie musste auch nicht jeden Tag im Mittelpunkt stehen.


Der Sommer in Bulgarien

Mit Hinblick auf den Herbst, stellte sich eine ganz praktische Frage: Wo sollte ich die kommenden Monate verbringen?


Albanien stand bei mir weiterhin ganz oben auf der Liste. Doch ich musste das Land für drei Monate verlassen. Und in Nordmazedonien stellte sich auch schnell heraus, dass an dem für mich einzigen in Frage kommenden Ort - dem Ohridsee - die Immobilienpreise erschreckend hoch gestiegen sind. Also führte mich meine Reise zunächst nach Bulgarien.

Dort verbrachte ich die heißen Tage in den Bergen. Es war eine richtig schöne Zeit. Die Landschaft, die Ruhe und das Leben unterwegs gaben mir Gelegenheit, mich wieder auf das zu konzentrieren, was unmittelbar vor mir lag.


Doch irgendwann wurde es auch in den Bergen zu heiß. Also entschied ich mich spontan, an das bulgarische Schwarze Meer zu fahren. Ich hatte keinen großen Plan für diesen nächsten Abschnitt. Ich wollte einfach ans Wasser und sehen, wie es mir dort gefiel. Und tatsächlich fühlte ich mich an der Küste des Schwarzen Meeres so wohl, dass sich ein neuer Gedanke entwickelte: Warum eigentlich nicht auch die Türkei kennenlernen?


Bis dahin hatte ich dieses Land nicht als konkretes Ziel meiner Suche betrachtet. Doch wenn ich schon einmal in der Nähe war, warum sollte ich nicht hinüberfahren und mir selbst ein Bild machen? Vielleicht wäre es ein guter Ort, um die kälteren Monate zu verbringen. Vielleicht würde ich etwas entdecken, das ich bisher gar nicht auf dem Schirm hatte.

Also machte ich mich auf den Weg.


Eine Begegnung mit unerwarteter Gastfreundschaft

Was mich in der Türkei besonders beeindruckt hat, waren die Menschen, denen ich hier begegnet bin. Ich habe eine Freundlichkeit, Offenheit und Gastfreundschaft erlebt, die mir sehr nahegegangen ist. Menschen haben mich willkommen geheißen, mir geholfen und mich an ihrem Alltag teilhaben lassen.


Es sind solche Begegnungen, die einem Land ein Gesicht geben. Landschaften können einen begeistern, ein schönes Haus kann die Fantasie anregen und eine Region kann auf den ersten Blick genau das bieten, wonach man gesucht hat. Aber erst durch die Menschen bekommt ein Ort für mich eine ganz besondere Bedeutung.


Ich möchte aus meinen bisherigen Erfahrungen kein allgemeines Urteil über ein ganzes Land ableiten. Dafür ist die Türkei viel zu groß und vielfältig. Ich kann nur erzählen, was ich selbst erlebt habe. Und das war bisher ausgesprochen positiv.


Besonders schön finde ich, wenn aus einer zunächst zufälligen Begegnung etwas entsteht, das man nicht planen kann. Man kommt miteinander ins Gespräch, jemand bietet seine Hilfe an, und auf einmal wird aus einem fremden Ort alles ein Stück vertrauter. Vielleicht ist es genau das, was ich mir von einem zukünftigen Zuhause wünsche: nicht, dass alles perfekt ist, sondern dass ich mich mit der Umgebung und den Menschen verbunden fühlen kann.


Eine Tür, die sich vielleicht öffnet

Inzwischen haben sich aus meinen Begegnungen auch ganz konkrete Möglichkeiten ergeben. Menschen vor Ort haben mir dabei geholfen, einen Antrag auf einen zweijährigen Aufenthalt einzureichen. Das ist ein wichtiger Schritt für mich. Allerdings ist damit noch nichts entschieden. Ich muss abwarten, wie die Behörden über meinen Antrag befinden.


Über den Ablauf und meine Erfahrungen damit möchte ich in einem eigenen Beitrag berichten. Denn das Thema verdient mehr Raum, als ich ihm hier geben möchte.

Im Moment bleibt also vieles offen.


Ich weiß noch nicht, ob ich länger in der Türkei bleiben kann. Ich weiß auch nicht, ob sich hier tatsächlich ein Ort finden wird, an dem ich mir vorstellen kann, dauerhaft zu leben. Dafür gibt es noch zu viel zu entdecken und zu klären. Aber ich bin neugierig geworden. Ich möchte mehr vom Land sehen, die Menschen besser kennenlernen, herausfinden, welche Möglichkeiten sich für mich ergeben und darüber schreiben.


Unterwegs, mit offenem Ausgang

Wenn ich auf die vergangenen Jahre zurückblicke, sehe ich eine Reihe von Plänen, die sich verändert haben. Zuerst Italien, dann Spanien und Portugal, dann Griechenland. Ungarn war seit dieser Tour mein erstes Ziel. Dann kam der Balkan, später Bulgarien und schließlich die Türkei.


Keiner dieser Schritte war von Anfang an vollständig durchgeplant. Manche Entscheidungen entstanden aus praktischen Gründen, andere aus neuen Eindrücken oder einfach daraus, dass sich unterwegs eine Möglichkeit auftat.


Vielleicht gehört das zu einem Leben, das man sich nicht an einem einzigen Ort eingerichtet hat. Man lernt, mit offenen Fragen zu leben. Manchmal muss man klare Entscheidungen treffen, obwohl noch nicht alle Voraussetzungen geklärt sind. Und manchmal ist es sinnvoller, eine Suche ruhen zu lassen, als sich immer weiter in Möglichkeiten zu verlieren.


Mein Wunsch nach einem Zuhause ist geblieben. Ich möchte irgendwann einen Ort finden, an dem ich mich niederlassen kann, an dem ein einfaches Leben möglich ist und an dem ich mir vorstellen kann, auch morgen noch zu sein.


Ob die Türkei dieser Ort werden könnte, weiß ich noch nicht. Fürs Erste bin ich hier und fühle mich wohl. Ich schaue mich um, sammle Erfahrungen und lasse die Dinge auf mich zukommen.


Und vielleicht ist das für diesen Abschnitt meiner Reise genau der richtige Platz: noch keine endgültige Antwort zu haben, aber wieder gespannt darauf zu sein, was vor mir liegt.

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